Alexanderplatz in Berlin

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Der bekannte Alexanderplatz liegt in Berlin-Mitte und verdankt seinen Namen dem russischen Zar Alexander I. Der Alex ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in Berlin, von welchem sternenförmig viele wichtige Straßen Berlins abgehen. Seit den 60er Jahren ist der Platz selber Fußgängerzone. Allerdings fährt seit Mitte der 90er Jahre die Straßenbahn über den Platz. Am Tag kreuzen den Alexanderplatz rund 300.000 Menschen, was ihn zum angeblich meist besuchten Platz in Berlin macht.

Anfänge
Im 16. und 17. Jahrhundert war das wichtigste Stadttor von Berlin das Georgentor. Ende des 17. Jahrhunderts bildete sich vor dem Tor langsam ein Platz heraus, der für Märkte genutzt wurde und so zunächst Ochsenmarkt genannt wurde. Um den Marktplatz entwickelte sich die Georgenvorstadt, die – trotz eines Bauverbots – bis 1700 bereits mehr als 600 Häuser zählte. Umbenannt wurden sowohl das Tor als die Vorstadt nach dem feierlichen Einzug von König Friedrich I. nach seiner Krönung in Königstor und Königsvorstadt. Das Tor verschwand allerdings 1746, als es durch die Berliner Zollmauer von 1734 überflüssig wurde. Die Königsvorstadt blieb allerdings und mit dieser ungeplanten Stadt auch der Vorläufer des Alexanderplatzes, dessen südliche Seite mittlerweile als Paradeplatz genutzt wurde. Die nördliche Seite blieb hingegen Marktplatz, auf dem ab der Mitte des 18. Jahrhunderts die wichtigste Wollmesse in Deutschland stattfand.

Namensgebung
1771 wurde an der Stelle des alten Stadttors eine Brücke gebaut, die ab 1777 mit Läden bebaut wurde. Diese wurden als Königskolonnaden von Carl von Gontard bekannt. Außerdem wurden 1783 bis 1784 sieben dreigeschossige Gebäude rund um den Platz gebaut, wie auch der Gasthof zum Hirschen, der später Heinrich von Kleist beherbergen würde. 1805 bekam der Platz seinen Namen „Alexanderplatz“, da Friedrich Wilhelm III. hier Zar Alexander I. empfing. Kulturell kämpfte der Platz um Bedeutung, die er als wichtiger Verkehrsknotenpunkt bereits 1847 hatte. Schließlich fuhren hier bereits die Pferdeomnibusse im Viertelstundentakt zum Potsdamer Platz. 1882 eröffnete der Stadtbahnhof Alexanderplatz. Der Neorenaissancebau des Grand Hotels wurde 1883/84 gebaut. 1890 wurden sowohl das Polizeipräsidium als auch das Amtsgericht eingeweiht. Bereits 1886 eröffnete im Westen eine Zentralmarkthalle und der Wochenmarkt auf dem Alexanderplatz wurde zehn Jahre später komplett verboten. Der nördliche Teil wurde vom Verkehr dominiert und der südliche am 1889 gärtnerisch ansprechend gestaltet. 1895 wurde die Berolina-Statue von Emil Hundrieser im Nordwesten des Platzes aufgestellt.

Kulturelles Leben
Anfang des 20. Jahrhunderts erwachte auch das kulturelle Leben am Alexanderplatz. 1901 zog da erste deutsche Kabarett, das Überbrettl, in die Alexanderstraße 40. Außerdem entstanden die Warenhäuser Tietz, Wertheim und Hahn. Drei U-Bahnlinien hielten hier, Fern- und S-Bahn-Verkehr , sowie Omnibusse und Straßenbahnen: Der Alexanderplatz galt als Inbegriff der lebendigen Weltstadt Berlin in den Zwanziger Jahren. Der Platz wurde Anfang der 30er Jahre wegen des zunehmenden Individualverkehrs vom Architekten Peter Behrens umgebaut. Die Gebäude wurden angepasst, das Alexanderhaus und das Berolinahaus errichtet, das alte Königsstädtische Theater und andere Wohnhäuser abgerissen. Der neue Kreisverkehr beinhaltete sechs Straßen. Durch die Weltwirtschaftskrise wurde die vollständige Umsetzung der Pläne allerdings verhindert.

Zerstörung und Wiederaufbau
Während des Zweiten Weltkrieges wurde von 1941 bis 1943 der Tiefbunker unter dem Alexanderplatz gebaut, der eine der größten Luftschutzanlangen von Berlin sein sollte. Erst in den letzten Kriegstagen 1945 wurde der Alexanderplatz bombardiert, wobei ein Großteil der Gebäude zerstört wurde. Der Aufbau erfolgte nach städtebaulichen Gesichtspunkten und beinhaltete so breite Straßen und eine klare Verkehrsführung. Er wurde zunächst unter sozialistischen Gesichtspunkten umgebaut und nach 1990 erneut umgebaut. Aus dem ersten Umbau sind heute das Haus der Lehrers, das Haus der Elektroindustrie und das Haus des Reisen denkmalgeschützt. Im Verlauf des zweiten Umbaus wurde das Alexanderhaus und auch das Berolinahaus saniert und der Alexanderplatz wieder an die Straßenbahn angeschlossen. Ende 2008 soll auch die denkmalgerechte Sanierung des U-Bahnhofs abgeschlossen sein. 2007 eröffnete das Einkaufszentrum Alexa – an der Stelle des alten Polizeipräsidiums. Beliebte Treffpunkte sind am Alexanderplatz der Brunnen der Völkerfreundschaft von 1970 und die Weltzeituhr von 1969.