Berlin vom Tod Annemarie Rengers tief betroffen

Berlin Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, zeigte sich tief berührt vom Tod Annemarie Rengers. Renger war von 1972 bis 1976 als erste Frau Präsidentin des deutschen Bundestages.

Wowereit dazu: "Annemarie Renger war tief geprägt durch die Erfahrungen ihrer sozialdemokratischen Familie in der Weimarer Zeit. In der Auseinandersetzung mit den Feinden der Republik wurde sie zu einer überzeugten Demokratin. Nach dem Ende der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges gehörte sie an der Seite von Kurt Schumacher zu den Wegbereitern einer demokratischen Neuordnung Deutschlands und behielt dabei stets das Ziel der Wiedervereinigung im Auge. Annemarie Renger pflegte intensive Kontakte nach Israel. Eines ihrer wichtigsten Anliegen war, die Erinnerung an die Opfer der Shoah und an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus wachzuhalten. Im Gedenken an die Frauen und Männer des Deutschen Widerstandes sah sie ein Mittel, um einen Rückfall in die Barbarei zu verhindern. Sie hatte viele Jahre ihrer Kindheit und Jugend in Berlin verbracht und blieb immer ein gute Freundin Berlins.

Wir verneigen uns vor einer großen Demokratin der ersten Stunde, der die Bundesrepublik Deutschland viel verdankt. Unser Mitgefühl gilt der Familie von Annemarie Renger."

Datum: 
04.03.2008
Berliner News-Archiv
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